Führung vs. Dominanz
Nicht nur Mark Rashid sondern auch Carolyn Resnick unterscheiden zwischen dominanten Pferden in einer Herde und passiven Führern der selben Pferdegemeinschaft.
Es wird immer viel von Dominanz und Alphadasein im Umgang mit Pferden gesprochen, sieht man es jedoch differenzierter stellt sich dei Frage: Was wollen wir für das Pferd sein?
Das Ranghöchste Pferd kann jedem anderen Pferd sagen es soll aus dem Weg gehen, es kann sie vom Futter, Wasser und Schattenplatz verscheuchen und diese für sich allein in Anspruch nehmen und ist hauptsächlich darauf bedacht diese Position durch eben solche Gesten zu festigen.
Das souveräneste Pferd hingegen tut sinnvolle Dinge und die anderen machen es ihm nach weil es gut und mühelos zu funktionieren scheint. Es findet heraus wie Dinge funktionieren, wägt ab, erkennt Zusammenhänge, geht Attacken vom Alphatier aus dem Weg oder läßt diese geduldig ins leere laufen wenn dies sinvoll erscheint.
Carolyn Resnick schreibt in ihrem Artikel über die typische Eigenschaft eines Führungspferdes, dass es immer aufmerksam ist. Aufmerksamer als die anderen. Es ertappt die anderen wenn diese unaufmerksam sind und festigt darüber seine souveräne Position.
Mark Rashid erzählt in seinem Buch “Horses Never Lie” von seinem Pferd Buck, dass immer an der Heuraufe gewartet hat bis alle sich plaziert hatten um konfliktfrei einen frei gebliebenen Platz zu finden. Als einmal alle Plätze bestezt waren weil das Alphatier mehrere für sich beansprucht hat, ist ihm nicht eingefallen seinerseits ein anderes, rangniedriges zu verscheuchen, sondern er hat sich einfach neben den Alpha gestellt. Den heftigen Attacken ist er immer so weit gewichen bis der Agressor zurück zu seinem Futter gegangen ist um sich dann wieder neben ihn zu stellen. Das hat Buck solange wiederholt bis er neben den nun friedlichen Chef fressen durfte. Der hatte angesichts der Beharrlichkeit des friedlichen aber hartnäckigen Pferdes aufgegeben.
Verlässlich und gerecht ist man wenn man aufmerksam genug ist, ein Verhalten des Pferdes nicht mal zu ignorieren, mal zu belohnen (wenn auch unbewußt) und mal zu betstrafen (weil es ja “jetzt langsam mal damit reicht” oder erwünschtes Verhalten unbewußt strafen z.B.: Das Pferd zum loslaufen animieren und dann aus versehen am Zügel ziehen weil es etwas eifriger losgelaufen ist als man es erwartet hatte…).
Passiv ist also nicht untätig. Es ist Präzise, aufmerksam und beharrlich sein. Es ist Attacken ins leere laufen lassen oder sie abzublocken, auch mal bestimmter, aber nicht selber aggressiv werden. Ja, so wollen wir sein!
Mehr zu dem Thema gibt es hier.










Mai 7th, 2009 21:48
[...] unter anderen die Trainerin Carolyn Resnick vorgestellt. Ein Artikel in Horses for LIFE zum Thema Dominanz vs. Führung und eine Leseprobe sowie eine Hörprobe ihres Hörbuches und ein paar Youtube-Ausschnitte machen [...]