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Archiv: September, 2009

Neue Frisur, neues Heim

Montag, September 21st, 2009

Mirchen hat eine turkmenische Frisur (Schopf ab) verpasst bekommen und ist mit Muli weitergezogen. In ein Haus am Wald. Dort können sie im Wald Äpfel suchen, steile Hänge erklimmen und auf der Terasse schlafen.

Tarnfarbe. Mehr Bilder hier.

Skizze

Freitag, September 11th, 2009

Ich wollte mir selbst klarer machen warum es so wichtig ist zu wissen, dass die Halswirbelsäule eine S-Form hat und nicht (wie leider einige annehmen) einen Bogen in etwa so wie der Mähnenkamm beschreibt. Also habe ich etwas überspitzt gezeichnet welche Tendenzen im Verlauf der Halswirbelsäule bei verschiedenen Halspositionen herrschen. Nicht überspitzt hingegen habe ich die Positionen beim eingerollten und falsch geknickten Hals gewählt. Wir wissen, dass diese Positionen teilweise bis an die physikalischen Grenzen der Pferde verlangt werden. Sie sind aber auch schon in subtiler Form nicht richtig und schädlich auch wenn die Pferdenase noch vor der Senkrechten ist. Zusäzlich noch ein kleiner Hinweis auf das Sichtfeld und die Atmung und schwups, die Skizze kommt ins Pferdchen…

Für eine größere Darstellung hier drücken.

Krampfhaft gespitzte Ohren sind nicht immer ein Zeichen für ein zufriedenes Pferd. Entweder es ist angespannt was seine Umwelt angeht oder es versucht herauszubekommen wo es hinläuft wenn es nichts sieht…

Zurück zur Halswirbelsäule: Ich denke, dass jedes Stauchen und Knicken kontraprodultiv ist. Ein langer Hals kann für die Balance eingesetzt werden und sieht stolz aus. Zudem beugt es den heute so üblichen Befunden zwischen den zweiten und dritten Halswirbeln vor…

Wie es genau aussieht mit Knochen, Bändern und Muskeln haben andere besser dargestellt als ich es zeichnen kann. Ich habe hier mal zusammengestellt wie ich es verstanden habe und auf gute Abbildungen verlinkt.

Mehr Skizzen hier.

Morgens früh bei Nebel

Mittwoch, September 9th, 2009

Wir haben es wieder getan… Die Nacht draußen bei den Pferden verbracht. Es gab Herdenzuwachs und das war spannend!

Mehr Bildchen hier.

Was wir von Ian gelernt haben

Mittwoch, September 9th, 2009

Rebecca und Lake:

In Sachen herumhängen und einfach nur Zeit mit dem Pferd verbringen, hat er uns aufgetragen, dass Pferd zu spiegeln. Dabei die Hand auf den Widerrist legen und jede Bewegung nachahmen. Mit der Zeit beginnt das Pferd dann einen selbst zu spiegeln. Parallelen dazu gibt es ja auch bei Nevzorov, bei dem die Synchronisation mit dem Pferd eine große Rollle spielt.

Am Boden: Die erste Einheit beinhaltete Abstand wahren. Da Lake sehr fordernd ist und einfach in meinen persönlichen Bereich eindringt, war das Motto „stay away from my Stick“. Er durfte nicht näher zu mir kommen, als meine Gerte oder mein Arm lang war. So lernte er, dass er meinen persönlichen Bereich respektieren muß und ich, dass nur weil er nicht mehr so nah bei mir ist, das nicht heißt, dass er mich verlässt.

Auf dem Pferd: Zuerst haben wir „power of focus” geübt (siehe Demotag) Und immer den eigenen FOKUS beachten!!! Wenn wir dahin gucken wo wir hin reiten, wirkt das wunder. Da Laker immer zum Tor wollte und gegen das Seil zog, haben wir zuerst mit diesem Druck standhalten begonnen. Auf keinen Fall darf man anfangen zu ziehen (siehe Demotag Muli). Da Lake einen sehr starken Oppositionsreflex a la Muli hat, musste ich zusätzlich dann mit dem inneren Schenkel anstupsen, damit er mir seinen Hals gibt und aufhört gegen zu ziehen. Nachdem das im Schritt und Trab sehr gut klappte, übten wir angaloppieren. Wie immer auch hier „natural power of focus“. In der Vergangenheit hatten wir Probleme, mit Hilfen ignorieren, wegrutschen, hinfallen, buckeln oder in Ecken laufen. Hauptproblem war natürlich wie immer: Ich selbst! Nachdem ich wirklich dorthin geguckt habe, wo ich hinreiten wollte und nicht das fokusiert habe, wo ich auf keinen Fall hin wollte (die Ecke), funktionierte alles wie von selbst. Er galoppierte Runde um Runde ohne dass ich den Zügel gebrauchen musste. Das angaloppieren selbst, war problemlos, nachdem ich alles was schreckliches passieren könnte aus meinem Hirn verbannt hatte und mit der Galopphilfe auch wirklich galoppieren wollte. Ich wusste selbst nichts von meinen Blockaden, bis Ian sie aufdeckte!

Bodenarbeit Tag 2: Drawing game: Zuerst musste ich auf mich aufmerksam machen. Bei Lake mussten wir dazu eine Plastiktüte zur Hilfe nehmen. Kastanie war sehr sensibel und hat sehr schön auf geringste Bewegungen, z.B. eindrehen der inneren Hand, reagiert. Hat man die Aufmerksamkeit des Pferdes verhält man sich, als hätte man einen unsichtbaren Führstrick mit dem man das Pferd führt, dreht oder die Richtung wechselt. Beim Richtungswechsel das umgreifen am Strick nicht vergessen! Man kann dann zwischen Driving und Drawing (wegschicken und herholen) variieren und es ist faszinierend wie die Pferde sich dirigieren lassen. Beim Driving hinter dem Pferd darauf achten, dass man beim Abwenden, den inneren unsichtbaren Zügel, annimmt und sich Außen groß macht. Das Pferd wird dadurch eingeladen abzuwenden, da man innen kleiner wirkt und es sich dahin abwendet.

Fazit: Alles hängt von der Selbstkontrolle, bzw Körperkontrolle ab. Je deutlicher ich Signale gebe und je bewusster ich mir über meine Bewegungen bin, desto besser versteht das Pferd was ich von ihm will. Und was das wichtigste für mich war, was Ian mir mit auf den Weg gab: Don’t take it personal!!!

Mehr Bildchen hier.

“So gewinnt man aber keine Turniere”

Montag, September 7th, 2009

Auf diesen häufigen Satz der denjenigen begegnet die nicht den Modeerscheinungen der Turnierwelt folgen ist mir letztens spontan folgede Antwort herausgeflutscht: Eine Balletttänzerin gewinnt auch keine Weltmeisterschaft im Bodenturnen!


Die schönste Darbietung die mir spontan einfällt ist von Alla Mikhalchenko 1989 als sie 34 Jahre alt war und ganz bestimmt hat sie mit 15 nicht im Hohlkreuz und überstreckten Gelenken ihr punktuelles spektakuläres körperliches Maximum vor irgendwelchen Richtern abgespult. Turner leisten Beeindruckendes, keine Frage, es entspannt mich aber nicht wenn ich zusehe. Maximum und Präzision gehen zugunsten der Leichtigkeit und Anmut.

True Humanship, die Dritte

Freitag, September 4th, 2009

Wir sind wieder einen Schritt weiter und voller Ideen und “Hausaufgaben”. Ian Benson war wie immer äußerst nicht-konfrontational in seiner Methode. Warten können bis das Gewünschte eintritt aber den Moment nicht verpassen unerwünschtes zu korrigieren war eine nicht einfach zu meisternde Aufgabe an uns Menschen. Denn wie leicht täuscht uns unser Gefühl und unser intuitives Verhalten besonders im Umgang mit Pferden…


Ian und Fjamaila erklären dem Publikum die Methode.

Um sich besser auf das Pferd einzustellen und dem Pferd die Chance zu geben sich auf uns einzustellen und unsere Körpersprache besser zu lesen (wohin verschiebt Mensch/Pferd das Gleichgewicht um abzuwenden, wie sieht das aus, wie fühlt es sich an?) hatte er eine neue Übung/Spiel parat: Das Pferd spiegeln. Für die Parellikenner, ist es ein friendly passanger vom Boden aus. Man läuft auf Schulterhöhe mit dem Pferd mit (um die Position besser halten zu können legt man die Hand auf den Sattel) und macht alles mit was das Pferd macht, geht wohin es geht, guckt wohin es guckt und begleitet es. Sollte es mal schneller laufen ruhig aus etwas größerer Entfernung, so wie beim Longieren, auf Schulterhöhe weiterhin begleiten. Irgendwann beginnt das Pferd auch die Bewegungen des Menschen zu spiegeln.


Ian und Reykjavik suchen das Halt.

Mirchen ist ja bekanntermaßen etwas vorderlastig, das hat auch Ian so gesehen. Spannend war: Was macht ein Neuseeländischer Trekkingreiter wenn sein Pferd auf der Vorhand läuft und stoppt? Typischerweise für seinen ganzen Umgang mit anderen Wesen läßt er diese selber herausfinden wie es am besten geht. Auf dem Hufschlag bitte ich Samira nach Außen hin, richtung Zaun, eine Hinterhandwendung zum machen. Sie muß von selbst etwas zurückgehen um mit den Schultern herum zu kommen und erlebt so wie es sich anfühlt auf der Hinterhand zu sein. Auch ein kurz angedeutetes Rückwärts vorm Anreiten bringt ihr Gewicht nach hinten und sie kann ganz alleine herausfinden ob es nicht vielleicht gut ist aus diesem Gleichgewicht heraus loszulaufen. Getreu nach dem Motto, dass er uns letztes mal schon nahegelegt hatte, “The fun is in the forehand” haben wir auch am Strick vom Boden aus viele Wendungen durch den Zirkel gemacht bei denen die Schulter schnell herum mußte. Ian hat Mirchen von unten geschickt und ich saß friedlich oben drauf und durfte eine leichte Vorhand erfühlen. War schon sehr nett!

In der Demo am Montag hat er die Prinzipien erklärt und nochmals darauf hingewiesen, dass Pferde über den Moment des Nachgebens lernen und nicht über den Druck den man anwendet, weshalb es keinen Sinn ergibt immer mehr Druck zu machen. Man hält lieber einen konstanden Kontakt z.B. zum Strick in einer Intensität die man im Notfall auch zwei Tage durchhalten könnte bis das Pferd durch Zufall das Gewünschte macht und man den Druck sofort aufgibt. Beim zweiten mal dauert es in der Regel nur noch halb so lange. So erzieht man die Pferde auf feine Signale zu achten und Aufgaben zu verstehen. Ist es einmal unachtsam oder auf z.B. Gras focussiert zieht man wieder nicht doller am Strick sondern tut etwas um die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken (sich selber laut auf den Schenkel klatschen, mit Sand kicken oder vielleicht die Hinterhand ausweichen lassen vom Boden oder beim reiten).

Dem Pferd mehr Verantwortung geben war das nächste. Dazu eignet sich ein Halfter mit dem Strick auf nur einer Seite. Man sitzt im Sattel und hat die Aufgabe einen Punkt anzureiten. Neckrein war nicht gestattet… Also kann man nur den Zielpunkt angucken, Kringel in eine Richtung reiten wenn das Pferd die Linie zum Zielpunkt verläßt und nichts machen wenn es sich auf der Linie befindet. Das dauert bis man ankommt aber am Ende hat das Pferd verstanden mit einem dort hinzugehen wo man hinguckt und es wurde nicht dort hin gesteuert. Wichtig war schon bei kleinen Abweichungen vom Pfad den Kringel zu reiten damit das Pferd durch unsere Präzision die Möglichkeit hat die Spielregeln zu durchschauen. Das hat Ian mir aber nur nach einer ganzen Weile herumprobieren verraten und ab da ging es dann auch sehr gut.

Unter Aufsicht selber herausfinden wie es am besten geht dürfen Pferd und Mensch wenn Ian Benson ihnen hilft weiterzukommen.

nd hier geht es zu einer Fotostory mit Ian, Tanja Pharlap.

 

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